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Schwangerschaftsstreifen vorbeugen

  • Lesedauer:10 min Lesezeit

Die Schwangerschaft ist eine magische, aufregende Zeit, in der die werdende Mama ihren Körper ganz neu kennenlernt. Auch nach der Geburt vergisst man diese außergewöhnliche Zeit nie – und manchmal sieht man die Erinnerungen an die Kugelzeit auch in Form von Schwangerschaftsstreifen. Wir erklären dir alles über die Dehnungsstreifen an Brust, Bauch und anderen Bereichen, die durch eine Schwangerschaft entstehen können und geben dir am Ende hilfreiche Tipps, wie du deine Haut optimal unterstützen kannst.

Inhaltsverzeichnis

1. Was sind Schwangerschaftsstreifen überhaupt?

Schwangerschaftsstreifen treten bei 50-90% der Frauen auf, am häufigsten vor allem im dritten Trimester [1]. Die Dehnungsstreifen erscheinen während der Schwangerschaft als lilafarbene oder rote Streifen (Striae rubra), die an die Streifen eines Tigers erinnern. Am häufigsten betroffen sind Bereiche am Bauch, den Brüsten und den Oberschenkeln. Helle Streifen (Striae alba) haben eine geringere Pigmentierung und liegen meistens tiefer in der Haut [2]. Nach der Geburt bleiben die Streifen als Erinnerung an die besondere Zeit der Schwangerschaft.

2. Welche Ursache haben Schwangerschaftsstreifen?

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Das Bindegewebe hat die tolle Eigenschaft, straff und elastisch zugleich zu sein. Während der Schwangerschaft muss sich das Bindegewebe dem schnellen Wachstum des Babybauchs anpassen und nachgeben. Durch die übermäßige und schnelle Dehnung entstehen Risse in den elastischen Fasern der unteren Hautschichten. Die Risse sind auf der Hautoberfläche zu erkennen und können nicht wieder “repariert” werden [1], [2]

3. Wie können Schwangerschaftsstreifen vorgebeugt werden?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du Dehnungsstreifen vorbeugen kannst. Eine Studie konnte unter 800 Teilnehmerinnen keine Verbesserung mit Produkten, wie zum Beispiel Öle oder Cremes, zur Vorbeugung von Dehnungsstreifen während einer Schwangerschaft feststellen [1]. Du kannst jedoch deinen Körper von innen auf die Veränderung und das Wachstum vorbereiten, um dein Bindegewebe zu stärken und die Hautelastizität aufrechtzuerhalten [2]
Eine schöne Möglichkeit, um die Hautelastizität beizubehalten, sind beispielsweise Massagen mit Ölen oder Feuchtigkeitscremes. Sie wirken sich positiv auf dein Hautgefühl aus und stärken dein Bindegewebe. Viele Mamas schwören auch auf Wechselduschen. Diese sind nicht nur vitalisierend, sondern regen den Kreislauf an und sollen eine straffende Wirkung haben [2]

Zu den vielversprechendsten Maßnahmen zählt eine gesunde Gewichtszunahme während der Schwangerschaft. Die Dehnungsstreifen können bei einer langsamen und ausgewogenen Gewichtszunahme reduziert werden. Faktoren wie eine gesunde Ernährung können diesen Effekt zusätzlich unterstützen. Tipps für eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft findest du zum Beispiel auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder dem Bundeszentrum für Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren, mindestens 2,7 Liter Wasser pro Tag zu trinken. Die hydrierende Wirkung soll sich auch auf die Haut auswirken und straffend sein [3]
Zu guter Letzt ist Sport nicht nur ein gutes Mittel um dein allgemeines Wohlbefinden während deiner Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Sport fördert ebenfalls die Durchblutung und Elastizität deiner Haut. Yoga, Schwimmen oder Stretching bieten gute Möglichkeiten, um sich auch in der Schwangerschaft regelmäßig zu bewegen [2].

4. Wie lassen sich Schwangerschaftsstreifen entfernen?

Wusstest du, dass ca. 75-90% aller Schwangeren Dehnungsstreifen bekommen und selbst Männer häufig davon betroffen sind [2]? Es ist also bei beiden Geschlechtern ein ganz natürliches Phänomen. 
Die Dehnungsstreifen können wie kleine Narben angesehen werden. Sind sie einmal entstanden, lassen sie sich nicht mehr entfernen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Streifen weniger auffällig erscheinen zu lassen. Viele Mamas leiden unter ihren Schwangerschaftsstreifen und möchten diese behandeln lassen [2]

Es gibt verschiedene kosmetische und dermatologische Möglichkeiten, um Schwangerschaftsstreifen nach der Geburt zu behandeln. Lass dich gerne von einem Dermatologen oder einer Dermatologin beraten.
Hierbei gibt es mehrere Methoden und Möglichkeiten die Streifen zu kaschieren. Sie reichen von verschiedenen Cremes und Ölen, denen von Herstellern nachgesagt wird, Dehnungsstreifen entgegenzuwirken, bis hin zu Lasertherapien oder Microneedling [2]

Kosmetische Produkte mit Hyaluronsäure oder Tretinoin sollen vielversprechend sein. Mamas sollten auf jeden Fall auf die Hautverträglichkeit achten. Während der Schwangerschaft steht die Behandlung von Juckreiz und Trockenheit der Schwangerschaftsstreifen im Vordergrund. Hier lohnen sich Präparate, die Urea enthalten, aber auch spezielle Schwangerschaftsöle. Sie machen deine Haut schön weich und versorgen sie mit ausreichend Feuchtigkeit während der Schwangerschaft [1].
Dermatologische Behandlungen wie beispielsweise Lasertherapien sollten nur von Fachkundigen durchgeführt werden. Von Anwendungen für Zuhause, wie beispielsweise Microneedling Roller, ist unbedingt abzuraten, da das Infektionsrisiko zu hoch ist. Sollte der Leidensdruck zu stark werden, lohnt sich ein Gespräch in der Dermatologie oder mit ästhetischen Chirurg:innen [1].

Unsere Botschaft an dich: 

Schwangerschaftsstreifen sind ein ganz natürliches Phänomen und sind nichts, wofür du dich schämen musst. Sie sind kleine Erinnerungen an die besondere Zeit deiner Schwangerschaft. 

5. Tipps

Die Berührung durch Massagen des Babybauchs ist nicht nur für dein Bindegewebe vielversprechend, sondern hat einen ganz anderen Effekt, der viel mehr im Vordergrund stehen sollte. Die Berührung und die besondere Zweisamkeit stärken die Mutter-Kind-Beziehung, das sogenannte Bonding
Nachfolgend haben wir für dich ein paar Tipps, wie du durch Berührung und gemeinsame Rituale eine Verbindung zu deinem Körper und deinem Kind im Bauch aufbauen kannst.

Rituale mit Partner:in:
Mamas können mit ihren Partner:innen Rituale aufbauen, die die Bindung zu dem Kind und dem Körper stärken. Massage Einheiten sind bei vielen Paaren oder Mamas sehr beliebt. Nehme dir einfach ein angenehm riechendes Massageöl, oder nutze dein Schwangerschaftsöl, zünde ein paar Kerzen an und massiere in langsam kreisenden Bewegungen deinen Babybauch. Hebammen können dir hierbei Tipps und Tricks verraten, wie du deine individuelle Massagetechnik kennenlernen kannst. Allerdings braucht es auch nicht unbedingt eine besondere Technik. Zärtliche und bewusste Streicheleinheiten können schon eine wunderbare Nähe zwischen euch schaffen.

Verbindung zum Kind im Bauch aufbauen:
Das Reden zu deinem Baby im Bauch stärkt die Verbindung. Ab der 16. Schwangerschaftswoche kann dein Baby im Bauch Geräusche wahrnehmen. Vor allem die Stimme der Mama wird durch die Schwingungen durch das Gewebe zum Kind getragen und von ihm wahrgenommen [4]. Dein Baby liebt deine Stimme schon jetzt und es wird sich freuen, die Schwingung durch deine Stimme im Bauch wahrzunehmen. 
Indem du tief und ruhig atmest und dich gedanklich mit deinem Baby verbindest, kannst du ebenfalls eine Verbindung aufbauen. Sobald du dein Kind spüren kannst, was die meisten Mamas zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche das erste Mal erleben, kannst du auch diese Momente nutzen, um inne zu halten und zum Beispiel mit Bauchstreicheln eine tiefe Verbindung zu schaffen [5].

Guten Morgen und gute Nacht:
Partner:innen oder nahestehende Personen können ebenfalls eine Verbindung aufbauen. Ein „guten Morgen Baby” und „gute Nacht mein Schatz” ist beispielsweise ein einfaches und schönes Ritual, um zu deinem Baby im Bauch eine Verbindung aufzubauen. Es darf aber natürlich auch mehr erzählt werden, zum Beispiel wer auf der Welt alles auf dein Baby wartet. Es hört gerne Stimmen zu und es entsteht bereits ein Gefühl von gegenseitigem Kennenlernen, auch wenn man sich noch nicht sieht. Wenn dein Baby bereits einen Namen hat, darf es natürlich auch mit diesem schon angesprochen werden.

Hebammenbesuch:
Auch der Besuch bei deiner Hebamme ist ein schönes Ritual. Die regelmäßigen Termine zur Geburtsvorbereitung schenken dir und deinem Baby mehr Sicherheit und Vertrauen. 

Hier findest du weitere Infos rund um den Hebammenbesuch.

Quellen

[1] Brennan, M., Young, G., & Devane, D. (2012). Topical preparations for preventing stretch marks in pregnancy. The Cochrane database of systematic reviews, 11(11), CD000066. https://doi.org/10.1002/14651858.CD000066.pub2

[2] Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft. (o.D.). Abgerufen am: 16.02.2024 von  https://www.deine-gesundheitswelt.de/schwangerschaft-geburt/dehnungsstreifen-in-der-schwangerschaft#:~:text=Das%20Bindegewebe%20der%20Haut%20wird,die%20als%20Schwangerschaftsstreifen%20sichtbar%20werden.

[3] REFERENZWERT. Wasser. (o. D.). Abgerufen am 04.03.2024 von: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/

[4] 16. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby kann jetzt erste Geräusche wahrnehmen. (o. D.). Abgerufen am: 21.02.2024 von  https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/familie/schwangerschaft/gesunde-schwangerschaft/schwangerschaftskalender/schwangerschaftswoche-16-1072146

[5] Knobloch, R. (2017): Was uns Kindsbewegungen erzählen in Hebammenforum 017; 18: 1248–1255. Abgerufen am: 13.03.2024 von https://www.hebamme-karin-rettinger.de/files/hebamme-karin-rettinger/content/info/Kindsbewegungen_Orientierungshilfe%20f%C3%BCr%20Eltern.pdf

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